attensam – ein sauberer dreck tänze, zu denen man nicht tanzen kann. märsche, zu denen nur ein besoffener marschieren könnte. aber lieder, die man singen kann. wenn es denn unbedingt sein muß. eine ordentliche schlamperei – das ist es, was der wiener und seine musik wollen. ordentlich, nicht im sinne von groß, sondern ordentlich im sinne von: in gewissenhafter weise hergestellt. ein wienerisches rubato entsteht eben nicht durch die simple mißachtung der notenwerte. just konträr. die ungenauigkeit muß mit der äußersten präzision des herzschlags gewissermaßen handgefertigt sein. bestimmt, die geigen müssen heftig brateln. dafür brauchts aber den detailverliebten virtuosen. ein bratlgeiger kann das nicht. mein vater, der ein reinlicher, beinahe pedantischer, sehr gepflegter mann war, hat uns kinder im vollkommenen ernst ermahnt, nicht öfter als jeden zweiten tag zu duschen. häufigeres duschen zerstöre den natürlichen säuremantel der haut. schon seine mutter, eine geborene niemec, ist in wien zur welt gekommen, wenn Sie wissen, was ich meine. was ein rechter attensamer ist, der schrubbt das haus, bis es strahlt und glänzt, sodaß der vorbeigehende flaneur geblendet stehen bleibt. in den ecken und ritzen, dort, wo’s keiner sehen kann, laßt er aber ein bißerl einen dreck, weil er ja schließlich auch ein mensch ist und ein wiener obendrein. und damit die butzerln keine allergiker nicht werden. Sven Hartberger
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